Komodowaran

Komodowarane sind die größten lebenden Echsen der Welt. Ein Komodowaran kann bis zu 3m lang werden und, wenn er voll gefressen ist mehr als 100kg wiegen. Teilweise wurde sogar von Exemplaren mit einem Gewicht von mehr als 200kg berichtet.
Vorkommen der Komodowarane
Komodowarane kommen nur auf den 4 indonesischen Inseln Komodo, Rinca, Flores und Gili Motang vor. insgesamt besteht die gesamte Population auf diesen 4 Inseln nur wenig mehr als 5000 Tiere. Zum Schutz der Komodowarane wurde in Indonesien der Komodo-Nationalpark (offizielle Webseite) mit einer Gesamtgröße von 1807 Quadrat-Kilometern eringerichtet. Seit 1991 zählt er zum Weltnaturerbe der Vereinten Nationen.
Wissenschaftliche Einordnung
Komodowarane heißen wissenschaftlich Varanus komodoensis. Sie gehören zur Klasse der Reptilien, Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata), Familie der Varanidaen und der Gattung Varanus.
Entdeckt wurden die Komodowarane erst anfang des 20. Jahrhunderts. Die erste wissenschaftliche Beschreibung stammt aus dem Jahr 1912 von Peter Ouvens, der damals Leiter des zoologischen Museums von Bogor auf Java war.
Aussehen und Lebensweise der Komodowarane
Komodowarane sind mit ihrem braunen bis olivgrünen Körper der Umgebung in der sie leben meist gut angepasst. Sie können wie schon erwähnt im ausgewachsenen Zustand bis zu 300cm lang werden.
Komodwarane haben einen mächtigen Schwanz und sind trotz ihres Gewichts äußerst beweglich. Sie sind geschickte Kletterer und können sich sowohl im Wasser als auch an Land mit Leichtigkeit fortbewegen. Ein ausgewachsener Komodowaran kann mit bis zu 30km/h durch die Savanne sprinten.
Die Komodowaran-Zähne sind spitz und scharf. Sie können ihren Opfern damit empfindliche Fleischwunden beifügen. Ihre Zunge ist wie bei den meisten Reptilien gegabelt und dient als Geruchsorgan.
Komodowaran-Männchen stellen sich bei Kämpfen mit Rivalen gern auf die Hinterbeine und stützen sich damit mit dem Schwanz ab.
Jagdverhalten der Komodowarane
Normalerweise ernähren sich Komodowarane von Aas oder kleinen Eidechsen und Säugetieren, die sie mit ihren scharfen Zähnen packen und zu Tode schütteln. Die erjagten Kleintier werden im Ganzen verschlungen.
Es kommt aber auch nicht selten vor, daß sich ein Komodowaran auf die Jagd nach großen Säugetieren wie Hirschen, Wildschweinen oder Pferden gehen.
Das Jagdverhalten der Komodowarane mutet dabei recht archaisch an. Sie verstecken sich im Gras und warten darauf, daß sich ein unaufmerksames Opfer ihnen zu nahe kommt. Mit seinen scharfen Zähnen fügt der Waran dem Opfer dann eine Bißwunde zu, die allerdings in den seltensten Fällen sofort tödlich ist.
Vielmehr basiert diese Jagd-Taktik daruf, daß die Wunde das Tier mit einer Krankheit wie Wundbrand oder einer Blutvergiftung infiziert, was meist auch nach wenigen Tagen passiert. Das Tier verendet dann schließlich an dem Waranbiß. Bis zum Tod des Opfers muß der Komodowaran dem Opfer allerdings in den meisten Fällen tagelang hinterherlaufen. Er wird dafür dann aber auch mit einem fetten Braten belohnt.
Vereinzelt kam es auch schon zu Übergriffen von Komodo-Waranen auf Menschen. Diese sind aber äußerst selten.
Fortpflanzung der Komodowarane
Komodowarane paaren sich in den Sommermonaten zwischen Mai und August. Die Weibchen legen dann im September jeweils etwa 15-20 Eier, die im Boden vergraben werden. Komodowaran-Weibchen bleiben dann noch ca 3 Monate und beschützen die eingebuddelten Eier vor Nesträubern. Das war es dann aber auch schon mit der Mutterliebe. Nach dem Schlüpfen kümmern sich Komodowarane nicht mehr um ihre Jungen.
Die Jungtiere sind beim Schlüpfen 100 g schwer und ca 40 cm lang und sofort auf sich selbst gestellt. Es kommt nicht selten vor, daß junge Komodowarane direkt von ihren Eltern gefressen werden.
Jungtiere, die diesen harten Selektionsprozeß überstehen, wachsen innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu geschlechtsreifen Waranen heran und sind dann immerhin schon 1,50 Meter groß.
In der Zeit bis zur Geschlechtsreife leben Komodowarane fast ausschließlich auf Bäumen, um sich vor größeren Artgenossen und anderen Räubern zu schützen.
Komodowaran-Weibchen, die in Gefangenschaft ohne Männchen gehalten werden, sollen auch schon vereinzelt dabei beobachtet worden sein, daß sie selbstbefruchtete Eier legten.
Komodowarane beobachten
Ca 20.000 ausländische Touristen besuchen jedes Jahr den Komodo-Nadtionalpark um die interessanten Echsen in ihrem naürlichen Lebensraum beobachten zu können. Sie bringen damit wichtige Devisen ins Land, die den Schutz der Komodowarane erst ermöglichen.